Rückkehr nach Tansania
Mittwoch, 18. Februar 2009
Arbeit
ich hab noch etwas zu berichten :-)
Ich habe jetzt nämlich auch wieder die Arbeit gewechselt. Helfe jetzt unserem Maurer „Mzee Mandia“. Der ist total cool. Obwohl er schon 70 ist, ist er super fit! Kein Wunder bei der Arbeit…
Im Moment bauen wir zum Beispiel eine neue Abwassergrube und verlegen die Leitungen vom Haus dort hin und so weiter. Das ist etwas anstrengender als in der Schreinerei, macht aber total viel Spaß.
Dafür ist es mit unserem Englischkurs „etwas schleppend“… Genauer gesagt: Zu dem ersten Kurs kommt einfach keiner mehr^^. Ich hatte die Leute am Anfang gefragt ob sie weiter machen wollen und wir haben deswegen ja sogar zwei Kurse gemacht, aber jetzt sitz ich immer alleine da und warte darauf, dass jemand kommt :-D Die Leute können, zumindest mir, eben nicht einfach sagen, dass sie keine Lust mehr haben. Naja, machen wir eben nur mit dem 2. Kurs weiter – der läuft dafür super…
Bis die Tage
Flo
Sonntag, 15. Februar 2009
Zwischenseminar
Hey Leute,
bin seit gestern wieder zurück in Lutindi.
Die Woche in Moshi auf dem Zwischenseminar war echt super.
Mit 27 Freiwilligen hatten wir ne Menge Spaß und einiges zu erzählen :-)
Die Martinys, welche das Seminar geleitet haben, hatten super Themen vorbereitet, die sich um unsere Zeit hier in Tansania drehten, wie wir das alles so erleben, was unsere Arbeit ausmacht, was wir noch so vor haben, bis hin zu einem „Vorbereitungs-kurs“, für die Rückkehr nach Deutschland…
Abends hatten wir immer freie Zeit die wir natürlich auch gut genutzt haben :-)
Was mich aber total überrascht hat, war zu erfahren wie viele Volontäre Probleme haben mit ihrer Stelle. Das liegt weniger an den Freiwilligen, sondern viel mehr an den Stellen, in die sie entsendet wurden. Die große Mehrheit, ist und kann dies auch zu Recht sein, absolut unzufrieden mit ihrer Arbeit, Behausung, Anschluss oder Leitung vor Ort.
Wir haben etliche Beispiele gehört, wo es den Leuten in der Stelle nicht bekannt war, dass die Volontäre kommen, es keine Wohnungen gab (oder einfachste Lehmhütten nur mit einem Loch im Boden und ohne Einrichtung) Ansprechpartner nur durch Tansanier selber vorhanden sind – was eigentlich nicht sein sollte, meiner Meinung nach muss ein Weißer Ansprechpartner da sein – und und und… Eine hat zum Beispiel keine Arbeit, weil in dem Kinderheim, in dem sie arbeitet, keine Kinder sind!!!
Sie muss aber trotzdem jeden Tag kommen, weil der Chef nicht mit sich reden lasse will – und wenn man dann eben keinen weißen Ansprechpartner hat, der einen unterstützt, kann man oft nicht viel an seiner Situation ändern. Solche Geschichten – und noch einige mehr – kamen von mindestens 20 der 27 Freiwilligen…
Da muss man sich doch schon fragen, was die Entsenderorganisationen da im Hintergrund an Vorbereitungen für ihre Volontäre leisten. Wenn ich höre, dass in einer Stelle, in der zum 4. Mal eine Freiwillige ist und wo es keinen weißen Langzeitmitarbeiter gibt, noch nie ein Vertreter des Missionswerkes war, gibt mir das echt zu bedenken!
Natürlich ist die Zusammenarbeit mit dem Projekt hier vor Ort oft nicht einfach, aber trotzdem muss das Missionswerk solche Probleme, die wir zu Hauf gehört haben, einfach regeln…
Was allerdings einfach nur klasse ist, ist wie die Freiwilligen hier damit umgehen. Nach dem Motto „Man gewöhnt sich an alles“, machen sie ihr bestes da raus und leben sich nach langer Zeit und endloser Geduld ein. Echt beeindruckend, aber die Frage bleibt: Muss das sein?
Da kam ich mir sogar ein wenig doof vor, von meiner so perfekten Stelle zu berichten…
Aber auf jeden Fall hatten alle super viel Spaß und viele gute Gespräche, in denen viele Zeit hatten, ihren Frust ab zu lassen.
Schöne Grüße aus Lutindi.
Flo
Mittwoch, 4. Februar 2009
Lutindi, Mashindey & Zwischenseminar
Hey Leute,
wow, jetzt ist schon Februar!! Die Zeit vergeht echt viel zu schnell...
Die letzten Wochen habe ich meine Zeit hier in Lutindi verbracht und genossen. Durch Arbeit, Sport, Unternehmungen und was hier sonst noch so ansteht, merkt man garnicht, wie die Zeit "rast". Wir haben einiges geschafft in der Schreinerei, natürlich für unsere "tansanischen Verhältnisse" ;-) und unter anderem neue Schränke für den Ward der Männer hergestellt. Außerdem haben wir hier im Moment eine etwas verspätete kleine Regenzeit, die eigentlich so um Dezember rum hätte sein sollen. Dadurch kommt einmal am Tag ein ordentlicher "Schauer" runter und erfrischt uns und den Garten ordentlich und beschert uns ein sehr angenehmes Klima :-)
Ja und jetzt ist bald schon wieder Wochenende und dann werde ich mal wieder etwas unterwegs sein. Am Samstag, mache ich mit einigen Freunden eine Wanderung zum nahe gelegenen Berg "Mashindey". Dieser ist zwar nicht soo viel höher gelegen, als wir, soll aber eine schon etwas anstrengendere Kletterei beinhalten :-) Ich bin gespannt... Wir gehen dafür morgens um 5 Uhr los, damit wir mit der Sonne auf dem Berg ankommen, dort gemütlich frühstücken und die Aussicht genießen können. Und dann gibts auch mal wieder das ein oder andere Bild :-) (Wir gehen bisher davon aus, dass wir es in 2 Stunden schaffen werden, worüber sich einige schon etwas amüsiert haben - unser Kommentar dazu war dann nur "wir sind alle Männer und sportlich..." :-) Wir werden sehen, zumindest haben wir ein Ziel...^^)
Man sieht den Berg übrigens auf den Bildern, die ich mal ganz am Anfang, von unserem View Point rein gestellt habe. Wer also mal schauen möchte... "Bilder-Lable"
Da fällt mir noch ein Spruch ein, den ich letztens gehört habe: "Penye nia, pana njia" (Wer rausbekommt, was das heißt, bekommt ne Belohnung...)
Und am Sonntag, werde ich dann mit dem Bus nach "Moshi" aufbrechen. Dort haben wir für eine Woche ein Zwischenseminar und treffen uns mit allen deutschen Voluntären in einem Hotel und werden Rückblick halten, wie es uns bisher so ergangen ist, bzw. wie es weiter gehen wird. Da werden also jede Menge Jugendliche zusammen kommen und ich denke an Gesprächsstoff wird es uns nicht mangeln...
Also bis die Tage
Flo / Kroll
Donnerstag, 8. Januar 2009
zurück im Alltag
Hey,
da bin ich jetzt also wieder in Lutindi und die Arbeit geht auch wieder weiter.
So sehr mir der Urlaub auch gefallen hat, war es wirklich schön wieder zurück zu kommen, nach Hause. Und ich habe schon direkt wieder erlebt, wie der Alltag aussehen kann, wenn man nicht im Urlaub, in einem schönen Hotel ist, sondern eben „auf dem Land“, hier im Krankenhaus, wo es zur Zeit kein fließendes Wasser gibt. Denn irgendwo ist eine Leitung verstopft und jetzt kommt aus keinem Hahn auch nur ein Tropfen raus, weshalb wir jetzt in Gruppen zum Teich gehen und von dort in Eimern Wasser holen. Es ist komisch, aber irgendwie sind das Kleinigkeiten, die einfach dazu gehören. Man gewöhnt sich so daran, dass es schon fast komisch, oder langweilig ist, wenn alles „ganz normal“ abläuft.
In dem Sinne, allen einen abwechslungsreichen Alltag… :-)
Flo
Montag, 5. Januar 2009
Sylvester
wie geht’s allen? Hattet ihr schöne Ferien und Urlaub?
Ich bin gestern wieder aus dem Urlaub zurück gekommen. Am 28. hab ich mich auf den Weg nach Tanga gemacht. Mit dem Bus waren das 2 Stunden – also eine echt kurze und angenehme Fahrt. Dort hab ich Anne und Wiebke getroffen, die aus Bukoba gekommen sind. Sie arbeiten dort, auch für die VEM, als FSJler. Ihre Anreise war sehr viel anstrengender – Bukoba ist im Nord-Westen von Tanzania und so sind sie 36 Stunden bis Tanga durch gefahren…
Da ich bisher noch nicht mit dem Bus an so einem großen „Bus-standy“ wie dem in Tanga angekommen bin, war ich trotz Vorwarnungen echt nochmal überrascht, wie anstrengend und nervig das sein kann…^^ Sobald der Bus dort drauf gefahren ist, kamen die Leute aus allen Ecken und haben mir ein Taxi angeboten oder gefragt wo ich hin will, um mir einen anderen Bus raus zu suchen – das krasse ist, dass die mit 30 Leuten um einen rumstehen und einen anschreien, sich gegenseitig beschimpfen und einfach voll das Chaos dort herrscht… Das Beste ist, man macht dann, dass man schnell wegkommt.
Dann haben wir uns auf den Weg nach Pangani gemacht und dort die Zeit im Beach Crab Resort verbracht. Eine sehr schöne Ecke, mit nem tollen Strand, ner Menge netter Leute und einer tollen Feier zu Sylvester (es gab sogar Feuerwerk–wir waren aber auch die einzigen an der ganzen Küste :-) )
Hier haben wir an Sylvester Barbecue am Strand gemacht:
Jetzt sind die beiden Mädels noch mit nach Lutindi gekommen und schauen sich ein paar Tage das Krankenhaus an, bis sie wieder nach Bukoba fahren und bei mir die Arbeit auch wieder losgeht...
Also bis die Tage und danke für alle Emails :-)
Flo / Kroll